Ein Jahr in Hackenow

Vor einigen Tagen jährte sich der Start unseres Versuches, dem alten Hof Hackenow neues Leben einzuhauchen.

Ein Jahr Hackenow, das sind Enttäuschungen, Rückschläge und Zerwürfnisse. Kaputte Dinge, die hinter jeder Ecke lauern und das stetige Bewusstwerden, wie viel überall wirklich noch zu tun ist. Nicht fertig werden. Im Haus zu bleiben, wenn das Feld nebenan gespritzt wird. Viel zu viel Bürokratie. Lernen, dass nicht "mal schnell" etwas gebaut oder gemacht werden kann. Ein Jahr Hackenow ist vor allem die Erkenntnis, dass alles Zeit braucht. Mülltonnen, die nicht abgeholt werden. Aber auch in dieser vielen Zeit enthalten sind: Sonnenuntergänge, Lagerfeuer, unerwartete Entdeckungen, Fundsachen, eine phänomenal vielfältige weil unberührte Pflanzen- und Tierwelt direkt um uns herum. Viel beschworene ländliche Ruhe und sternenklare Nächte. Waschbärgeschnurre, Wildgänse und Wildkräuterpesto. Nicht zuletzt gab es in einem Jahr Hackenow auch erste Erfolge bei der Instandsetzung und im Garten, sowie unzählige schöne mit lieben Menschen verlebte Stunden - dank und mit viel viel Besuch <3

Auch wenn wir durch die Masse an Aufgaben stetig von dem Gefühl begleitet werden, es ginge nicht voran - so können wir dennoch auch mit Erfüllung auf das Geschaffte blicken, und nach einem Jahr ist es an der Zeit zu sagen: Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen. Dankeschön!

Wir halten inne und verweilen kurz in einer Art geistigem Umherstreifen, lassen revuepassieren und: freuen uns. Doch unaufhörlich schreitet die Welt voran und so verwundert es nicht, dass auch wir den Blick auf das Kommende richten.

Was brauchen wir jetzt?


Vor allem: Geld.

Zwar wird der Innenausbau der Wohnungen privat gestemmt, dennoch müssen wir schnellstmöglich das Dach sanieren, eine zentrale Heizmöglichkeit errichten, das Haus dämmen, Fenster auswechseln und vieles mehr.

Wir sind im Begriff, uns um geeignete Darlehen und Förderungen zur energieeffizienter Sanierung von verschiedenen staatlichen und privatwirtschaftlichen Stellen zu bewerben.

Da wir aber nach wie vor alte Kredite auslösen müssen, sind wir dringend und kurzfristig auf weitere Finanzmittel angewiesen.

Bitte überlegt, ob ihr euch vorstellen könnt, uns privat ein Darlehen (ab 500 €) zu geben oder erzählt Menschen von uns, die dies vielleicht können. Das Geld kann ökologisch und sozial kaum sinnvoller angelegt sein, da hier in Hackenow eine langfristige gemeinnützige Lebens- und Wirkperspektive im Entstehen begriffen ist.

Aber auch weiterhin: Hilfe

Es kann nicht oft genug wiederholt werden: die persönliche Hilfe vor Ort ist für uns von unschätzbarem Wert und wir freuen uns über alle, die der Stadt entfliehen, die Hände in die Erde stecken oder sich mit Mörtel bekleckern wollen!

Auch die ein- oder anderen kleinen Dinge können wir gut gebrauchen, vor allem: Werkzeuge, Gartenutensilien und Baumaterialien, von A wie Astschere über R wie Regenrinne bis Z wie Ziegel.

...und nicht zuletzt: Menschen, die hier in Hackenow leben wollen

Letztlich ist in unserem ersten Jahr hier die Erkenntnis gewachsen, dass wir trotz aller Hilfe von befreundeten Menschen, trotz den vielen Menschen, die uns besucht haben, das alles hier auf Dauer nicht alleine schaffen können und wollen.

Gleichzeitig haben wir genug Platz sich auszutoben und Lust darauf, unser Projekt gemeinsam mit weiteren lieben Menschen zu entwickeln.

Wir haben keine Lust auf Mitbewohni-Castings, wenn ihr euch also vorstellen könnt, euch hier euren eigenen Wohnraum auszubauen und perspektivisch dauerhaft 80km östlich von Berlin auf dem Land zu leben, mit einigen Einschränkungen aber auch vielen Genuss- und Autonomiegewinnen, so meldet euch einfach direkt bei uns!

Was passiert als nächstes?

Neben den ganzen täglichen und perspektivischen Arbeiten für Bau, Garten und Instandsetzung gibt es viele spannende Dinge, die sich in Hackenow abspielen werden. Ein kleiner Rundblick:

Auch wenn wir gerade sehr gute Erfahrungen damit machen, immer mal wieder helfende Hände vor Ort zu haben, freuen wir uns schon auf die nächste Bauwoche, die vom 22. bis 26. Juno stattfinden wird und zu der wir nochmal explizit einladen!

Im Sommer hat sich dann schon viel Besuch von Familie und Freund*innen angekündigt. Anfang Juli gibt es bei uns einen Hackathon von und mit ecobytes, einem gemeinschaftlich getragenen, solidarisch wirtschaftenden, gemeinnützigen IT-Kollektiv. Gerade steht im Raum, ob uns eine Projektwerkstatt der TU Berlin im Sommer für ein Wochenend-Seminar besucht.

Es ist geplant, noch in diesem Sommer eine Woche Bildungsurlaub in Hackenow durchzuführen. Weiterhin hoffen wir, dass uns noch der_die ein- oder andere WWOOF-Freiwillige bei den anfallenden Arbeiten im Garten und drumherum helfen werden.

Achja: es wird auch langsam echt mal Zeit für ein Soli-Gartenkonzert. Unter dem Motto "Campen, Küfa und Konzerte" wollen wir euch einladen, hier eine schöne Zeit zu haben, zu lauschen und zu tanzen. Eintritt bei Austritt und Getränke gegen Spende. Weitere Infos folgen, Termin wohl im August oder September.

Perspektivisch wollen wir 2018 mit der Projektarbeit auf dem Hof beginnen. Eine kleine Schafherde soll es bis dahin geben, mit der tierpädagogisch gearbeitet werden kann. Aber auch Garten- und Handwerksprojekte sind in der Planung. Und wenn ihr noch Ideen habt - immer her damit!

Es gibt also wie immer viel Bewegung an einem Ort, der im Stande ist, aus Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

In diesem Sinne - hoffentlich bis ganz bald

Eure Hackenowten