Winterschlaf?

Mittlerweile sind einige Monate ins Land gestrichen, in denen es augenscheinlich ruhig um uns geworden ist und ihr nichts vom Hof vernommen habt. Allerdings waren wir nicht untätig - vielmehr forderte Haus, Hof und Familie unsere Zeit.

Zunächst sind wir euch noch den Bericht von der dritten Bauwoche 2016 schuldig geblieben. Diese läutete dann endgültig den Herbst ein, denn bei zumeist ungemütlichem grauen Wetter mit Nieselregen als ständigen Begleiter fanden sich Anfang Oktober bis zu 15 tapfere Menschen abermals in Hackenow zusammen, um hier weiter in meist gemütlicher Runde am Traum vom selbstbestimmten Leben auf dem Land weiterzuwerkeln.

Dazu wurden zunächst die Gemeinschaftsräumen umgeräumt und gemütlich hergerichtet. Das Kompostklo hat eine Treppe und eine Lampe spendiert bekommen. Die größte Aufgabe war das Abschließen des Wasserprojektes, dafür wurden alte Rohre im Haus entfernt und die Neuen im Keller verlegt. Wir haben Vladis ersten Geburtstag gefeiert und dank Matzes Geistesblitz haben uns zwei Mal Radlader der örtlichen Landwirtschaft ein Stück Graben zugeschüttet.

Am Montagvormittag war es dann soweit. Mit Hilfe von unserer netten Monteurin Frau Scharfe floss das Wasser zum ersten Mal durch die neue knapp 200 Meter lange Leitung. Was für ein Gefühl, endlich keine Kanister mehr schleppen zu müssen! Als Sahnehäubchen obendrauf und Dank Winfrieds Hilfe konnten wir auch den alten Boiler nach einigem Zicken wieder zuverlässig in Betrieb nehmen. Eine warme Dusche! Ihr glaubt nicht wie erfüllend das nach stundenlangem Schippens und Zuschüttens des Grabens sein kann! Apropos: die Aufgabe, den Wasserleitungsgraben wieder zuzuschütten lag damit noch vor uns...

Insofern war als Zwischenrésümée das Credo für 2016 ganz klar die Infrastruktur. Wasser, Strom und Internet hatten wir nun im vorderen Haus neu, ab jetzt kann es also an die Substanz gehen.

Drinnen half uns Niklaas dabei, ein großartiges Regal zu bauen, wo wir fortan die Schlafsachen verstauen (und im Herbst die Walnüsse trocknen) konnten.
Aber auch draußen ist in der Zwischenzeit etwas passiert, trotz eisiger Winde und unbekannter Kälte, geht die Gestaltung des Außenbereichs in gemächlichem Tempo voran. Am Anfang des Winters wurde ein neuer Kompost mit zwei Kammern gebaut und alte Stein- und Metallbegrenzungen früherer „Kleingartenanlagen“ entfernt. Auch waren wir sehr froh, die 200 Meter Wassergraben vor dem ersten Frost zugeschüttet zu haben!

Die Benjeshecke wurde erweitert, so bietet sie noch mehr Schutz und Wohnraum für Kleintiere, die sich umgeben von Monokulturäckern hoffentlich darüber freuen, etwas „Chaos“ vorzufinden. Außerdem wurden einige Vogelfutterplätze eingerichtet, um die Vögel beobachten zu können und bei Bedarf und längerem Schneetreiben eine alternative Futterquelle anzubieten.

Doch ist die Katze einmal aus dem Haus tanzen die Mäuse auf den Tischen. So haben wir jetzt noch einen Teil der Walnussernte vor der Fraßgier der Mäuschen retten können und sind stets und ständig dabei, die Küche von verdauten Nüssen zu säubern. Die Öfen gehen soweit, sodass wir es zumindest in ein paar Zimmern muckelig warm bekommen - auch bei draußen eisigen minus zehn Grad.

Auch der Papierkram will erledigt werden und so wurde viel telefoniert, geschrieben, sich aufgeregt und gewundert. Wir sind zu Workshops zum Thema Vereinsrecht gegangen, haben uns mit Kreditanträgen beschäftigt und wie wir in diesem neuen Jahr Projektförderungen in Hackenow beantragen und umsetzen können. Alles gar nicht so einfach und am Ende doch ziemlich zeitaufwendig.

Nun wird uns nochmal deutlicher vor Augen geführt: Wir brauchen Menschen die uns jetzt unterstützen und begleiten wollen, wenn nicht sogar mit uns zusammen den Hof bewohnen wollen. Meldet euch bei uns! Wir würden gerne im Frühjahr diesen Jahres aktiv mit der Mitbewohnisuche beginnen.